Unerwünschtes Verhalten?

Hundeverhalten

Verhaltensstörungen beim Hund:

Hundeverhalten ist sehr variabel und es gibt kein "typisches Verhalten" oder eine "Verhaltensnorm". Die Vielfältigkeit des Verhaltens bei Hunden ist nicht zuletzt durch die enormen Wesensunterschiede bei den über 300 Rassen, als auch in jeder einzelnen - durch die Umwelt und Erziehung geprägten - Hundepersönlichkeit begründet. Nach Hassenstein (1980) gilt das Verhalten eines Tieres dann als gestört, wenn es das Individuum selbst, seinen Sozialverband oder seine Art schädigt oder aber wenn es aufgrund von äußeren Schädigungen oder nachteiligen Einflüssen auftritt, ohne den Organismus gegen sie zu schützen. Laut Feddersen-Petersen (1992) sind die Mehrzahl aller Verhaltensstörungen bei Hunden erworben, also den Neurosen zuzordnen. Für Ihre Entstehung sind fehlende Umweltreize oder Umweltbelastungen, die zu Fehlanpassungen führen, auslösend.


Der wichtigste und über Erfolg oder Misserfolg entscheidende Faktor ist das Engagement der Hundebesitzer und die Tatsache wie lange die Verhaltensstörung (in welchem Bereich auch immer) schon besteht. Sie müssen Ausmaß und Bereitschaft zur Arbeit an der Lösung des Problems ganz ehrlich und realistisch einschätzen. Der Prozess geht oft sehr langsam und hat seine Höhen und Tiefen. Es gibt Rückschritte und die Behandlung ist häufig mit enormen Stress, Zeitaufwand und Schluldgefühlen verbunden. Nur wenn alle Familienmitglieder zusammenhalten und an einem Strang ziehen klappt es auch mit der Therapie.

Wie lange ein Trainingsprogramm dauert hängt davon ab, welche Fortschritte der Hund macht, wie gut oder schlecht die Planung ist und wie viel Zeit Sie für das Training aufwenden. Die Bereitschaft der Hundebesitzer das Trainingsprogramm genau zu befolgen ist ein wichtiger Faktor und trägt entscheidend dazu bei so rasch als möglich ans Ziel zu gelangen.

Sie dürfen keine Änderung von heute auf morgen erwarten, das braucht Zeit und fordert Mühe. Lassen Sie sich jedoch nicht entmutigen und geben Sie sich und Ihrem Hund die Chance, gemeinsam an der Beseitigung des unerwünschten Verhaltens zu arbeiten. Glauben Sie an sich und Ihren Hund!

 

Die Therapie

Verhaltenstherapie:

Unter Verhaltenstherapie versteht man die Behandlung abweichender Verhaltensweisen eines Individuums unter Zuhilfenahme psychologischer und ehtologischer Gesetzmäßigkeiten, sowie von Erkenntnissen der Verhaltensphysiologie und Pharmakologie. Sehr gute Erfolge in der Therapie sind zu erzielen, wenn der Hund bisher vom Besitzer "falsche Informationen" erhalten hat und das unerwünschte Verhalten dadurch entstanden ist. Wenn der Besitzer sein eigenes Verhalten konsequent verändert, wird auch der Hund schnell lernen, sein Verhalten umzustellen.

Bedeutend schwieriger ist es, wenn es sich bei den Verhaltensauffälligkeiten um Ängste oder aggressive Verhaltenstendenzen handelt. Die Ursache liegt oft in Defiziten der Verhaltensentwicklung.
Da Ängste und Aggressionen beim Hund darüber hinaus vom Hundebesitzer aus Unwissenheit durch verschiedene Maßnahmen verstärkt werden, besteht bei der Therapie dennoch die Möglichkeit, dass das Verhalten um einiges gebessert werden kann.

"Geheilt" werden kann ein ängstlicher oder leicht aggressiv reagierender Hund jedoch nicht. Es kann nur die Reizschwelle erhöht werden, so dass die Reaktion nicht mehr so rasch erfolgt. Oft geht ein gewisser Druck vom Hundebesitzer nach "schneller Heilung" aus. Jede Verhaltensänderung braucht jedoch Zeit und Geduld.

Wenn der Hund ein gewisses Verhalten zeigt, das der Besitzer verändern möchte, wird mit dem Hund ein alternativ erwünschtes Verhalten so gut geübt, dass schließlich das ursprüngliche Verhalten dadurch ersetzt wird. Dies geht jedoch nicht von heute auf morgen und hängt auch sehr davon ab, wie lange und intensiv der Hund das unerwünschte Verhaltensmuster bereits ausgeübt hat. Auch die Konsequenz und Geschicklichkeit des Besitzers spielt dabei eine große Rolle.

Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg liegt oft in der Stressreduktion. Viele in der Stadt lebende Hunde sind mit den vielfältigen Alltagssituationen ganz einfach überfordert. Der Hundekörper antwortet darauf mit einer physiologischen Stressreaktion.

Was kann man tun:
-Den Hundebesitzer darüber zu informieren was einen Hund in Stress versetzen kann.
-Dem Hundebesitzer erklären wie sich Stress bei Hunden zeigt.
-Den Hundebesitzer bitten herauszufinden was seinen Hund in Stress versetzt.
-Gemeinsam mit dem Hundebesitzer einen Weg finden den Stress für den Hund zu verringern.